AyutthayaDas Königtum AyutthayasUnter Ramathibodi I. begann die Verschmelzung der buddhistisch geprägten Vorstellungen des Herrschertums mit den in der Zukunft dominierenden hinduistischen Bestandteilen und Wesenszügen des Königtums der Khmer, eine Verbindung, die in einer wiederum abgewandelten Form bis heute besteht. Aus dem paternalistischen Königtum Ramkamhaengs und dessen Ideal eines im buddhistischen Sinne herrschenden gerechten Dhammaraja wurde eine absolute Monarchie, der Herrscher wurde nicht nur im übertragenen Sinne zum "Herr des Lebens". Wenngleich sich der König durchaus noch immer dem Wohlergehen seiner Untertanen verpflichtet verstand, war er in erster Linie nun zum Devaraja geworden, einem Gottkönig, der als irdische Manifestation Indras, Shivas oder Vishnus betrachte wurde und der sowohl durch seine Anwesenheit als auch durch seine Handlungen das Bestehen des Königreichs zu garantieren hatte. |
Die Könige Ayutthayas waren dementsprechend nicht mehr die ansprechbaren und für das Volk greifbaren Herrscher
wie in den Zeiten Sukhothais. Der Herrscher wurde als Person zum Mittelpunkt eines religiösen und politischen Kults, auf den alle Schichten der Bevölkerung und ihre gesellschaftlichen Aktivitäten ausgerichtet waren. Hinduistische Rituale fanden Aufnahme im höfischen Zeremoniell und in der höfischen Sprache und grenzten den nun abgeschlossen hinter den Mauern seines Palastes lebenden Herrscher mit einem tief verankerten Regelwerk an Tabus und einer Aura des Übernatürlichen von seinen Untertanen ab. |