AyutthayaRamathibodi I. (1350-1369)Ramathibodi I. erwies sich während der Zeit seiner Regierung als ehrgeiziger und weitsichtiger Herrscher. Er sicherte das neue Königreich an seinen Grenzen durch die Unterstützung tributpflichtiger und Abkommen mit unabhängigen Fürstentümern. Zuverlässige Gefolgsleute und Verwandte, seinem Schwager Pho Ngua unterstand zu jener Zeit Suphanburi, wurden als Herrscher in den Städten seines Reiches eingesetzt. Entgegen den Vorstellungen Pho Nguas, der vehement für eine Eroberung des Königreichs von Sukhothai als wichtigste Voraussetzung für die Herrschaft über
ganz Thailand eintrat, schloss Ramathibodi I mit Li Thai, dem Enkel Ramkamhaengs ein Stillhalteabkommen, in dem die Anerkennung der Grenzen garantiert wurde. Der langfristig denkende Stratege Ramathibodi I. hatte völlig richtig erkannt, dass das noch immer bestehende Reich der Khmer in Angkor auch ohne seine ehemaligen Provinzen im Westen eine wesentlich grössere Gefahr darstellte. Abgesichert durch das Abkommen mit Sukhothai, das er zu Recht als zu schwach für einen erfolgreichen Angriff während dieser Zeit eingeschätzt hatte, gelang es ihm dann im Jahr 1352 die Khmer entscheidend zu schlagen und Angkor zu erobern. Der neue, von Ramathibodi I. eingesetzte Herrscher der Khmer musste die Oberhoheit Ayutthayas anerkennen. |
Einflüsse aus AngkorObwohl Thailand jetzt das Reich der Khmer unterworfen hatten, verlief die kulturelle Beeinflussung in der folgenden
Zeit genau in der entgegengesetzten Richtung. Bereits unter der Herrschaft Ramathibodi I. kam es so auch zu erheblichen gesellschaftlichen Veränderungen. Beeinflusst durch das aus dem Hinduismus hervorgegangene Herrschaftskonzept der Khmer wandelte sich das Königtum Ayutthayas. Die Sklaverei wurde wieder eingeführt und die Verwaltung des Staates in vier Einzelbereiche, Khun Wang, verantwortlich für den Haushalt des Palastes, Khun Muang, verantwortlich für die Durchsetzung der Innenpolitik und die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit, Khun Klang, verantwortlich für die Staatsfinanzen, das Einnehmen der Steuern und der Verwaltung des staatlichen Besitzes und Khun Na, verantwortlich für die Landwirtschaft und die Bevorratung von Nahrungsmitteln, aufgeteilt. Im Jahr 1360 erklärte Ramathibodi I. den Theravada Buddhismus zur Staatsreligion und holte buddhistische Mönche aus Ceylon nach Ayutthaya. Neben einer weiteren Verbreitung und der Reinerhaltung der Lehre sollte mit ihrer Anwesenheit erneut auch von der Seite des in der Bevölkerung bereits verankerten Theravada Buddhismus seine Stellung als Herrscher bestätigt werden. Ebenso wurde von ihm ein auf hinduistischen Grundlagen beruhender, allerdings an thailändische Rechtsvorstellungen angepasster, neuer Gesetzescodex erstellt, das in Pali, der buddhistischen Schriftsprache, abgefasste Dharmashastra. Auf dieses Gesetzeswerk gehen auch einige der unter Rama I. im Jahr 1805 in Bangkok erneut aufgezeichneten und bis heute gültigen Gesetze zurück. |