Einflüsse aus Angkor

Obwohl Thailand jetzt das Reich der Khmer unterworfen hatten, verlief die kulturelle Beeinflussung in der folgenden

Phom Pratu Chakrai Noi in Ayutthaya

Zeit genau in der entgegengesetzten Richtung. Bereits unter der Herrschaft Ramathibodi I. kam es so auch zu erheblichen gesellschaftlichen Veränderungen. Beeinflusst durch das aus dem Hinduismus hervorgegangene Herrschaftskonzept der Khmer wandelte sich das Königtum Ayutthayas.

Die Sklaverei wurde wieder eingeführt und die Verwaltung des Staates in vier Einzelbereiche, Khun Wang, verantwortlich für den Haushalt des Palastes, Khun Muang, verantwortlich für die Durchsetzung der Innenpolitik und die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit, Khun Klang, verantwortlich für die Staatsfinanzen, das Einnehmen der Steuern und der Verwaltung des staatlichen Besitzes und Khun Na, verantwortlich für die Landwirtschaft und die Bevorratung von Nahrungsmitteln, aufgeteilt.

Im Jahr 1360 erklärte Ramathibodi I. den Theravada Buddhismus zur Staatsreligion und holte buddhistische Mönche aus Ceylon nach Ayutthaya. Neben einer weiteren Verbreitung und der Reinerhaltung der Lehre sollte mit ihrer Anwesenheit erneut auch von der Seite des in der Bevölkerung bereits verankerten Theravada Buddhismus seine Stellung als Herrscher bestätigt werden.

Ebenso wurde von ihm ein auf hinduistischen Grundlagen beruhender, allerdings an thailändische Rechtsvorstellungen angepasster, neuer Gesetzescodex erstellt, das in Pali, der buddhistischen Schriftsprache, abgefasste Dharmashastra. Auf dieses Gesetzeswerk gehen auch einige der unter Rama I. im Jahr 1805 in Bangkok erneut aufgezeichneten und bis heute gültigen Gesetze zurück.