AyutthayaDie frühere AnsiedlungEine erste Ansiedlung auf dem Gebiet der späteren Stadt Ayutthaya gab es schon zu den Zeiten der Khmer, die in der Nähe des Wat Khudi Dao nordöstlich des heutigen Bahnhofs von Ayutthaya im 11. Jahrhundert einen befestigten Aussenposten und Warenumschlagplatz errichtet hatten. Eine grosse Buddhastatue im Wat Phanan Choeng ausserhalb der Stadt in der Nähe der Mündung des Menam Pasak in den Menam Chao Phraya stammt ebenfalls noch aus der Zeit vor Phraya U Thong. Strategische AspekteDas Gebiet für die neue Hauptstadt war in erster Linie sorgfältig nach strategischen Gesichtspunkten ausgewählt worden. Das Gelände, in einer Flussschleife am Zusammenfluss des Menam Chao Phraya, des Menam Pasak und des Menam Lopburi, ermöglichte die Anlage der Stadt in einer unregelmässigen Trapezoidform. Diese Bauweise erlaubte die Errichtung von mehr Forts in kürzeren Abständen entlang der
Befestigungsmauern und bot erhebliche Geländevorteile bei der Verteidigung einzelner Abschnitte des Gebietes. Zudem konnten die Flüsse ohne grossen Aufwand miteinander durch Kanäle verbunden werden. Durch die damit erreichte Insellage wurde ein weiterer Vorteil für den Verteidigungsfall geschaffen. Ayutthaya hatte damals sechs Forts und war von einem hohen, palisadenbesetzten Erdwall umgeben, der im Jahr 1549 von einem festen Mauerwerk aus Ziegeln abgelöst wurde. Von dieser Anlage sind heute um das am rechten Ufer des Menam Pasak gelegene Fort Phom Phet im Südosten der Stadt noch Reste zu erkennen. Die Steine der Stadtmauer und der anderen Forts wurden nach der Zerstörung Ayutthayas zum Bau der Befestigungsanlagen von Bangkok verwendet. |
Wirtschaftliche ÜberlegungenAusschlaggebend für die wirtschaftlichen Aspekte bei der Wahl des Standorts waren die fruchtbaren, ertragreichen Reisfelder in der unmittelbaren Umgebung. Sie ermöglichten die Ernährung einer grossen Bevölkerung in der Stadt und ihrem Einzugsgebiet.
Ein Teil der regelmässig erwirtschafteten Überschüsse wurde als Vorrat einbehalten, der weitaus grössere Teil jedoch konnte in andere Länder Südostasiens exportiert werden. Zudem machten auch die jedes Jahr während der Regenzeit überfluteten Felder für mehrere Monate die Stadt nahezu uneinnehmbar. Die Lage am Menam Chao Praya erwies sich auch im Hinblick auf den Handel als vorteilhaft. Der Fluss war ein entscheidender Transportweg für den Binnenhandel und die Nähe zum Meer begünstigte in späteren Zeiten auch den Fernhandel. Die Gründung AyutthayasNach einer dreijährigen Vorbereitungszeit verlegte Phraya U Thong im Jahr 1350 offiziell seine Residenz von Suphanburi nach Ayutthaya und nahm den Titel Ramathibodi I. an. Die Stadt wurde damit zur Hauptstadt des "Königreichs von Siam" und erhielt nach einem Namen aus dem indischen Ramayana, "Ayodhya", der Hauptstadt in Ramas legendärem Königreich, den Namen Phra Nakhon Krung Thep Dvaravati Sri Ayutthaya. Ramathibodi I. hatte die richtige Entscheidung getroffen. Ayutthaya wurde in wenigen Jahren zur vorherrschenden Macht im Becken des Menam Chao Phraya von Sri Satchanalai im Norden bis zur Malaysischen Halbinsel im Süden und im weiteren Verlauf seiner Geschichte zur vorherrschenden Macht in ganz Südostasien. |