NeuzeitDie AsienkriseNach der ordnungsgemässen demokratisch legitimierten Auflösung des Parlaments durch Chuan Leepkai erreichte bei den Neuwahlen im Juli 1995 der chinesischstämmige Banharn Silpa Archa, Vorsitzender der Chart Thai Partei, ein Milliardär aus Suphanburi, dem wie vielen seiner Vorgängern ein umfangreicher Stimmenkauf nachgesagt wurde, die Mehrheit im Parlament. Der frühere Innenminister und Finanzminister regierte das Land nun als Premierminister in einer Koalition, die aus seiner Chart Thai Partei und fünf weiteren Parteien gebildet wurde. Die Koalition konnte sich ein Jahr lang halten, dann wurde nach den Neuwahlen im November 1996 Chavalit Yongchaiyudh von der New Aspiration Partei für ein weiteres Jahr zum neuen Premierminister. Seit dem 9. September 1997 amtiert wieder Chuan Leepkai als Regierungschef. |
In den vergangenen Jahren hatte Thailand vor allem mit der Asienkrise sehr stark zu kämpfen.
Einer ständigen Aufwärtsentwicklung mit einem enormen Wirtschaftswachstum, was entscheidend zur Stabilisierung der innenpolitischen Verhältnisse in den neunziger Jahren beigetragen hatte, folgte im Jahr 1997 unter dem Gewicht der gleichzeitig angewachsenen Auslandsschulden ein heftiger Zusammenbruch. Die Asienkrise war allerdings kein thailändisches Phänomen, Japan und Hongkong waren von ihr ebenso in Mitleidenschaft gezogen worden wie die übrigen ehemals in ihrem wirtschaftlichen Wachstum vorbildlichen, sogenannten Tigerstaaten Südostasiens. Am Ende des 20. Jahrhunderts angelangt, scheint es jedoch, als habe Thailand aus allen seinen früheren Fehlern gelernt. Das Land und seine Wirtschaft stehen heute entschieden besser da als seine Nachbarländer. |