NeuzeitChatichai ChoonhavanNachfolger von Prem Tinsulanonda wurde Chatichai Choonhavan. Seine Partei, die Chart Thai, hatte bei den Wahlen im Juli 1988 die meisten Stimmen erlangt. Chatichai Choonhavan war angetreten mit den Wahlversprechen, die wirtschaftliche und demokratische Entwicklung Thailands weiter voranzutreiben. Chatichai Choonhavans charismatische Persönlichkeit, die sich stark abhob von den bisherigen Amtsinhabern und deren militärischen, eher steifen Führungsstil, brachte ihm sehr viele Sympathien in der Bevölkerung ein.
Im November 1988 kam es in Südthailand zu verheerenden Überschwemmungen. Es gab zahlreiche Tote, ebenso war der Sachschaden ausserordentlich hoch. Zurückzuführen war dies vor allem auf den rücksichtslosen Raubbau am Tropenwald in den vergangenen Jahrzehnten, dessen Schutzfunktionen gegen die Naturgewalten jetzt fehlten. Sofortige Massnahmen der Regierung und ein Erlass des Königs im Dezember 1988, die zu einem vollständigen Verbot der Abholzung und zu grossangelegten Wiederaufforstungskampagnen führten, steigerten die Beliebtheit Chatichai Choonhavans. |
KorruptionsvorwürfeGleichzeitig begann allerdings sein Rückhalt bei der Armee und der militärischen Fraktion im Parlament zu schwinden, die sich entschieden mehr Einfluss auf die Politik seiner Regierung
erhofft hatten, vor allem in der Aussenpolitik, ein Ressort , das nun in zivile Hände übergegangen war. Eine andere innenpolitische Herausforderung bestand in der weitverbreiteten Korruption im Land. Am 23. Februar 1991 nahm eine Gruppe von Offizieren unter der Führung von General Suchinda Kraprayoon und General Sunthorn Kongsompong dies schliesslich zum Anlass für einen unblutigen Staatsstreich. Als offizielle Begründung wurde der Vorwurf der Korruption besonders hervorgehoben, andere Anschuldigungen bezogen sich auf die Unfähigkeit des Parlaments, die Errichtung einer "parlamentarischen Diktatur" und Missbrauch der Amtsgewalt. Zum Schutz der Demokratie wurde der Notstand ausgerufen und das Kriegsrecht verhängt. Das Parlament wurde entlassen, Chatichai Choonhavan und andere Spitzenpolitiker verhaftet, die Verfassung ausser Kraft gesetzt, eine Kommission zur Erhaltung des Nationalen Friedens gegründet und ein Untersuchungsausschuss zu den Korruptionsvorwürfen gebildet. Im August 1991 wurde Chatichai Choonhavan jedoch von dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs und der Veruntreuung staatlicher Gelder freigesprochen. |