NeuzeitMassnahmen für die DemokratieErneut wurde Anand Panayarachun, der bereits nach dem Staatsstreich von Suchinda Kraprayoon und Sunthorn Kongsompong im Februar 1991 bis zu den Wahlen im Frühjahr 1992 das Amt innehatte, zum Premierminister ernannt. Nach den Ereignissen der vergangenen Tage hatte der neue Premierminister sowohl die Unterstützung des Königshauses als auch die Stimmen des Volkes hinter sich. Eine der ersten Massnahmen Anand Panayarachuns bestand daher in einer weitreichenden Einschränkung der Rechte des Militärs und einer drastischen Beschneidung in ihrer wirtschaftlichen Macht. Schon am 27. Mai 1992, nur drei Tage nach dem erzwungenen Rücktritt von Suchinda Kraprayoon, beschloss das Parlament, dass nur Abgeordnete zum Premierminister ernannt werden können. Eine seltsame Ironie am Rande war, dass ausgerechnet der vom König eingesetzte Anand Panayarachun kein gewähltes Mitglied des Parlaments war. |
Interne, geheime Sonderbestimmungen, die bisher vor allem bei Staatsstreichen zur Legitimierung des Vorgehens gegen die Bevölkerung herangezogen worden waren, wurden endgültig abgeschafft.
Hohe Offiziere, die einen Schiessbefehl gegen Demonstranten gegeben hatten, mussten sich nun erstmals in der Geschichte Thailands verantworten und ihre Entlassung oder Degradierung hinnehmen, unter ihnen der Oberbefehlshaber der Armee, Issaparong und der Generalstabschef der Luftstreitkräfte Kaset. Danach wurden führende Angehörige der Armee, die bisher nebenbei leitende Positionen und Aufsichtsratsposten in Wirtschaftsunternehmen wahrgenommen hatten, gezwungen, sich aus diesen Tätigkeiten zurückzuziehen oder den Dienst zu quittieren. Ein grosser Teil der thailändischen Wirtschaft und der Bevölkerung begrüsste diese Massnahmen. Am 13. September 1992 fanden dann allgemeine Neuwahlen statt, bei denen Anand Panayarachun erneut auf eine Kandidatur verzichtete. |