Ausnahmezustand

Am Abend verhängte Premierminister Suchinda Kraprayoon im Anschluss

Wat Phayap in Nakhon Ratchasima

an diese Ereignisse den Ausnahmezustand und verbot alle politischen Versammlungen.

Kurz nach Mitternacht, am 18. Mai 1992, erhielten die Verantwortlichen für die Sicherheitskräfte in Bangkok dann eine direkte Anweisung, das Feuer auf die inzwischen auf über 200.000 Menschen angewachsene Demonstration zu eröffnen.

Bereits in den Abendstunden des vergangenen Tages war das Gebiet um das Demokratie Denkmal von der Armee und der Polizei weiträumig mit Strassensperren abgeriegelt worden.

Etwa um 4.00 Uhr wurde vor den laufenden Kameras ausländischer Fernsehteams Chamlong Srimuang von Fallschirmjägern der Armee verhaftet und abgeführt, Panzerfahrzeuge wurden aufgefahren und mit Maschinengewehren das Feuer auf die Menge eröffnet von den Streitkräften der Armee und der Polizei.

Als die Auseinandersetzungen auch die nächsten Tage andauerten und es ständig zu weiteren Demonstrationen kam, die das ganze Land erschütterten, musste Premierminister Suchinda Kraprayoon nach einem Gespräch mit König Bhumipol, der ein sofortiges Beenden der Gewalt forderte und Chamlong Srimuang im Chithralada Palast am 24. Mai 1992 sein Amt niederlegen.

Zuvor versuchte er allerdings noch mit einem Kabinettsbeschluss eine Amnestie für die Offiziere zu erwirken, die auf die Demonstranten schiessen lassen hatten.