NeuzeitSuchinda KraprayoonBei den Neuwahlen am 22. März 1992 erreichte keine Partei eine regierungsfähige Mehrheit an Stimmen. Der Kandidat, der von den Parteien, die dem Militär nahestanden, als Premierminister vorgeschlagen wurde, konnte sich nicht durchsetzen, nachdem er von den USA des Drogenhandels beschuldigt worden war und ihm die Einreise nach Amerika verweigert wurde. Schliesslich wurde im April 1992 durch einen königlichen Erlass General Suchinda Kraprayoon, der dem Parlament nicht angehörte, auf den Vorschlag der Kommission zur Erhaltung des Nationalen Friedens unter Sunthorn Kongsompong zum Premierminister ernannt.
Suchinda Kraprayoon hatte zwar gemeinsam mit Sunthorn Kongsompong die Regierung Chatichai Choonhavans gestürzt, was ihn jedoch im Mai 1992 nicht daran hinderte, ausgerechnet die Politiker aus der ehemaligen Regierung in sein Kabinett zu berufen, die der Korruption und des Amtsmissbrauchs überführt worden waren. DemonstrationenUnmittelbar darauf kam es zu Massenkundgebungen und Demonstrationen in Bangkok, Chiang Mai, Hat Yai und Khon Khaen, auf denen sein sofortiger Rücktritt gefordert wurde. Am 17. Mai 1992 demonstrierten in Bangkok über 100.000 Menschen mit ihrem ehemaligen Bürgermeister Chamlong Srimuang, einem Abgeordneten, der mit überwältigender Mehrheit in der Stadt in das Parlament gewählt worden war, sich allerdings gegen die Stimmen des Militärs bei der Wahl um das Amt des Premierministers nicht durchsetzen konnte, gegen Suchinda Kraprayoons Regierung. Auf dem Weg zum Parlamentsgebäude kam es an der Phan-Fa-Brücke schliesslich zu den ersten Auseinandersetzungen zwischen den Ordnungskräften und den Demonstranten, bei denen mehrere Demonstranten von der Polizei erschossen wurden. |
AusnahmezustandAm Abend verhängte Premierminister Suchinda Kraprayoon im Anschluss
an diese Ereignisse den Ausnahmezustand und verbot alle politischen Versammlungen. Kurz nach Mitternacht, am 18. Mai 1992, erhielten die Verantwortlichen für die Sicherheitskräfte in Bangkok dann eine direkte Anweisung, das Feuer auf die inzwischen auf über 200.000 Menschen angewachsene Demonstration zu eröffnen. Bereits in den Abendstunden des vergangenen Tages war das Gebiet um das Demokratie Denkmal von der Armee und der Polizei weiträumig mit Strassensperren abgeriegelt worden. Etwa um 4.00 Uhr wurde vor den laufenden Kameras ausländischer Fernsehteams Chamlong Srimuang von Fallschirmjägern der Armee verhaftet und abgeführt, Panzerfahrzeuge wurden aufgefahren und mit Maschinengewehren das Feuer auf die Menge eröffnet von den Streitkräften der Armee und der Polizei. Als die Auseinandersetzungen auch die nächsten Tage andauerten und es ständig zu weiteren Demonstrationen kam, die das ganze Land erschütterten, musste Premierminister Suchinda Kraprayoon nach einem Gespräch mit König Bhumipol, der ein sofortiges Beenden der Gewalt forderte und Chamlong Srimuang im Chithralada Palast am 24. Mai 1992 sein Amt niederlegen. Zuvor versuchte er allerdings noch mit einem Kabinettsbeschluss eine Amnestie für die Offiziere zu erwirken, die auf die Demonstranten schiessen lassen hatten. |