Prathet ThaiThailands Politik der NachkriegszeitEin Jahr nach dem Rücktritt Pridi Panomyongs als Premierminister konnte Phibul Songkhram wieder aus seinem Exil zurückkehren. Im Jahr 1948 wurde er dann erneut zum Regierungschef ernannt. Phibul Songkhrams strikte antikommunistische Aussenpolitik führte im Jahr 1950 schliesslich zur Aufnahme Thailands in die SEATO, der South East Asian Treaty Organization und zwischen 1950 und 1955 zur Beteiligung am Koreakrieg durch die Entsendung von thailändischen UN-Hilfstruppen. Ausserdem unterstützte Thailand die militärischen Einsätze Frankreichs und der USA in Südostasien.
Diese Massnahmen fanden die geschlossene Zustimmung des thailändischen Mittelstands und der Oberschicht, die ihren Wohlstand vom Kommunismus bedroht sahen und der Armee, die damit immer mehr politischen und wirtschaftlichen Einfluss gewinnen konnte. Im Gegenzug erhielt Thailand von den USA dafür eine nicht unbedeutende Wirtschaftshilfe, vorwiegend für militärische Zwecke, die vor allem während des Vietnamkriegs gewaltige Ausmasse annahm und zu einer Stärkung des Militärregimes beitrug. Thailand sollte in Südostasien wie Deutschland in Europa zu einem Bollwerk gegen die kommunistische Bedrohung ausgebaut werden. |
AntikommunismusInnenpolitisch führte dieser strikte Antikommunismus zu denselben Entartungen wie in Deutschland und in Amerika.
Besonders zu leiden hatten unter dieser Entwicklung die zum Teil schon seit Jahrhunderten ansässigen chinesischen Minderheiten. Aus Angst vor Unterwanderungsversuchen wurden sogar ihre Schulen, Kindergärten und andere Kultureinrichtungen überwacht. Überraschenderweise versuchte ab 1955 nach einer ausgedehnten Reise durch die USA und Grossbritannien gerade Phibul Songkhram selbst, langsam wieder zu einer demokratischen Normalität zurückzufinden. Das Parteienverbot wurde aufgehoben, die Meinungsfreiheit und die Pressefreiheit wurden in begrenztem Umfang wieder zugelassen, die Verfolgung der chinesischen Minderheit wurde eingestellt und Neuwahlen angekündigt. Trotz eines selbst für die damaligen thailändischen Verhältnisse ungewöhnlich korrupten und manipulierten Wahlvorgangs erzielte Phibul Songkhram jedoch nur eine geringe Mehrheit. Im September 1957 wurde er dann von General Sarit Thanarat in einem unblutigen Staatsstreich gestürzt. Phibul Songkhram verliess daraufhin Thailand und ging zuerst nach Amerika, später lebte er eine Zeitlang als buddhistischer Mönch in Indien. Phibul Songkhram starb im Jahr 1964 in seinem Exil in Japan. |