Prathet ThaiPridi PanomyongNach den ersten freien Wahlen seit dem Staatsstreich im Jahr 1932 wurde Pridi Panomyong zum Premierminister einer neuen zivilen Regierung ernannt und löste damit seinen Vorgänger Seni Pramoj ab. Nun schienen sich die Verhältnisse im Land endlich einigermassen beruhigt zu haben und in der Bevölkerung begann eine kurze Zeit der vorsichtigen Erwartungen. Mit dem bis heute nicht aufgeklärten Tod Ananda Mahidols am 9. Juni 1946 endete diese Phase abrupt. In der Meinung des Volkes war Pridi Panomyong aufgrund seiner nie zurückgehaltenen Antipathie gegen die Monarchie zumindest moralisch mitschuldig am Tod des Thronfolgers. Ebenso wurden die von seiner Regierung betriebenen Anstrengungen bei der Aufklärung unmittelbar nach dem Tod Ananda Mahidols und auch bei den weiteren Nachforschungen in den Augen der Öffentlichkeit als schlampig und unzureichend empfunden.
Im August 1946 legte Pridi Panomyong sein Amt als Premierminister zurück und verliess das Land. In den Jahren 1949 und 1951 versuchte er noch einmal vergeblich, politisch wieder Fuss fassen zu können in Thailand. Sein Name war allerdings zu sehr mit dem Tod des Thronfolgers verbunden. Pridi Panomyong starb 1983 in seinem Exil in Frankreich. Die zivile Regierung erholte sich unter dem gleichzeitigen Druck von internen Auseinandersetzungen, Korruptionsaffären und der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Asien ebenfalls nicht mehr von diesem Ereignis. Ein Jahr darauf kam es erneut zu einem unblutigen Staatsstreich des Militärs. |
Der Tod des ThronfolgersIn einer offiziellen Erklärung war am Nachmittag des 9. Juni 1946 der Tod
des Thronfolgers als Unfall, verursacht bei der Reinigung seines Colts vom Kaliber 45, bekanntgegeben worden. Die weiteren Andeutungen eines eventuellen Selbstmords, nach denen Ananda Mahidol schon seit längerer Zeit an einem schweren Magenleiden erkrankt war und das Ergebnis der von der Regierung beauftragten Untersuchung des Vorfalls, an der auch englische und amerikanische Ärzte mitwirkten und das weder einen Selbstmord, noch eine Ermordung ausschloss, führten nur zu einer Verschlechterung der Situation. Auch heute noch gibt es überzeugte Anhänger der unterschiedlichen Theorien über die tatsächlichen Hintergründe des Todes von Ananda Mahidol, Unfall, Selbstmord, Mord oder Verschwörung. Ebenso gibt es für nahezu jede dieser Theorien eine Vielzahl von überzeugenden Indizien. Ein Gerichtsverfahren gegen drei Leibwächter des Thronfolgers, die sofort nach seinem Tod verhaftet worden waren, endete unter der Militärregierung Phibul Songkhrams nach sechs Jahren Haft anfangs in einem Freispruch, nach der Wiederaufnahme des Verfahrens in einem Schuldspruch und der Exekution im Jahr 1954. |