Kriegserklärungen

Gegen den Widerstand von Pridi Panomyong, der sich daraufhin

Menam Mun in Ubon Ratchathani

weitgehend aus seinen politischen Aktivitäten zurückzog und nur noch als Regentschaftsvertreter des abwesenden jungen Königs fungierte, erklärte Thailand den Alliierten im Jahr 1942 den Krieg.

Seni Pramoj, der thailändische Botschafter in Washington, weigerte sich allerdings, die Kriegserklärung zu übergeben und sperrte sie bis zum Ende des Krieges in seinen Schreibtisch ein.

Dadurch kam es niemals zu einer offiziellen Auseinandersetzung mit den USA, was sich für den weiteren Verlauf der Geschichte als ausgesprochen vorteilhaft erweisen sollte.

Als sich im Verlauf der nächsten zwei Jahre die Beziehungen zu Japan allmählich verschlechterten und ein Sieg der Alliierten immer wahrscheinlicher wurde, gewann die zu Beginn des Krieges gegründete, von Seni Pramoj geführte und von Pridi Panomyong unterstützte Widerstandsbewegung Seri Thai, das Free Thai Movement, langsam an Einfluss.

Im April 1944 wurde Phibul Songkhram schliesslich durch einen Beschluss der Nationalversammlung gezwungen, vom Amt des Premierministers zurückzutreten und musste im Juni 1944 ins Exil nach Japan flüchten.

Die erste zivile Regierung seit dem Staatsstreich von 1932 widerrief unverzüglich die Kriegserklärung gegen die Alliierten und stellte sich jetzt auf ihre Seite. Diese vom westlichen Ausland stark kritisierte, wechselhafte Politik bewahrte letzten Endes nach der bedingungslosen Kapitulation Japans die Unabhängigkeit Thailands.

Thailand musste zwar die wiedererlangten Gebiete erneut an die Engländer und Franzosen zurückgeben, wurde aber durch den vehementen Einspruch der USA, die dies als günstige Gelegenheit betrachteten, mit einem unabhängigen Thailand nun ihre Interessenssphäre auf Südostasien ausdehnen zu können, was letztlich dann auch zum Vietnamkrieg führte, nicht weiter zur Verantwortung gezogen.

Auf diese Weise war Thailand zumindest ein weiteres Mal den Kolonialisierungsvorhaben Englands und Frankreichs entgangen.