Srivijaya und die ersten Reiche
Die frühe Indianisierung Südostasiens
Eine genaue Bestimmung der Völker und Kulturen, die in den ersten Jahrhunderten europäischer Zeitrechnung Südostasien beherrschten, ist aufgrund fehlender schriftlicher Aufzeichnungen und mangels ausreichender archäologischer Hinweise schwierig.
Dennoch lassen sich durch stilgeschichtliche Untersuchungen der Ursprung und die Wege, auf denen während dieses Zeitraums indisches Kulturgut in ganz Südostasien verbreitet wurde, nachvollziehen.
Indische Händler errichteten eine grosse Anzahl von Niederlassungen entlang der Schifffahrtsrouten auf ihrem Weg zu den Handelszentren in China und entlang der Landverbindungen von Martaban, dem heutigen Moulmein in Myanmar, über den Drei Pagoden Pass zum indonesischen Archipel.
Im Bereich der Niederlassungen kam es im Lauf der Zeit zu einer Vermischung mit der einheimischen Bevölkerung, kriegerische Auseinandersetzungen scheinen die Ausnahme gewesen zu sein. Dadurch verlief die Verbreitung der indischen Kultur in aller Regel friedlich durch Handelsbeziehungen und die bald darauf folgenden buddhistischen Missionare.
Indische Einflüsse
Das indische Kulturgut fand rasche Verbreitung. Neben der Übernahme der hinduistischen Bauweise und verschiedener indischer Kunststile kam es vor allem bald zu einer Annäherung und Vermischung in der Lebensweise. Mit dem Wandel im religiösen und gesellschaftlichen Bewusstsein der Bevölkerung, geprägt durch den Hinduismus, Mahayana und Theravada Buddhismus, änderten sich dann im Laufe der Jahrhunderte auch die politischen Strukturen. Viele Herrscher holten hinduistische Brahmanen als Astrologen und Ratgeber an ihre Höfe und übernahmen mehr und mehr das hinduistische Konzept des Gottkönigs, das ihre extreme Ausprägung dann sehr viel später im Khmerreich in Angkor und im Königtum Ayutthayas wiederfand.
|