Sukhothai
Das Königreich von Sukhothai
Bis zum Beginn des dreizehnten Jahrhunderts stand Thailand, aufgeteilt in mehrere Provinzen, unter der Herrschaft der Khmer. Mit dem Niedergang des Khmerreiches in Angkor gelang es den Thais, ihre Unabhängigkeit zu erlangen und nach und nach zur vorherrschenden Macht in Südostasien zu werden.
Beinahe zeitgleich entstanden zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts in der nördlichen Hälfte des heutigen Thailands drei unabhängige Königreiche, Phayao, Lan Na und Sukhothai.
Im Jahr 1238 wurde nach einer Revolte gegen die Khmer in Sukhothai das erste unabhängige Königreich Thailands gegründet. Schon nach wenigen Jahren erstreckte sich die Macht von Sukhothai vom Norden Thailands über den Mekong bis in das heutige Laos hinein und über die Ebene des Menam Chao Phraya hinab in den Süden bis zur Strasse von Malakka.
Die Morgendämmerung der Glückseligkeit
Die Erfolge auf militärischem Gebiet und eine wohldurchdachte Bündnispolitik mit anderen Reichen schufen in wenigen Jahren die Grundlage für die Entwicklung eines hervorragend organisierten, wohlhabenden Gemeinwesens, in dem eine neue, eigene Kultur entstehen konnte.
In dieser Zeit wurde die bis heute kaum veränderte thailändische Schrift entwickelt. Der Theravada Buddhismus in seiner thailändischen Form entstand und wurde als Staatsreligion verankert. In der Kunst und in der Architektur verschmolzen die Stile der Khmer und Dvaravatis mit Elementen Srivijayas und Ceylons untrennbar zu einer neuen, typisch thailändischen Form.
Unter der Regierung wohlwollender Herrscher lebten die Menschen in einer Zeit der Stabilität, des Wohlstands und des Friedens. Deshalb ist Sukhothai nicht nur buchstäblich die Wiege Thailands und seiner Kultur.
Zu Recht wird auch bis heute mit dem Begriff Sukhothai das "Goldene Zeitalter Thailands" verbunden, die "Morgendämmerung der Glückseligkeit" - was auch die genaue Bedeutung des aus dem Sanskrit stammenden Wortes "Sukhuday" ist.
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