ReligionAnimismusBeinahe gleichberechtigt herrscht in Thailand neben dem Buddhismus noch immer der Animismus vor, vielfach haben auch Rituale, die aus dem Ahnenkult und der Geisterverehrung stammen, Einzug in den buddhistischen Alltag im Kloster gefunden, im Unterschied zum Mahayana Buddhismus in vielen Ländern jedoch, ohne die ursprüngliche Lehre Buddhas dadurch zu verändern. Der Animismus wurde vielmehr schon von Buddha ausdrücklich als weitgehend unschädliche Begleiterscheinung betrachtet, der wie die Religionen auch, eben dazu geeignet ist, dem Menschen auf seinem Weg zum Nirvana zu helfen und vorübergehend Halt zu geben. Ein unübersehbares Zeichen des Animismus in Thailand sind die vor jedem Haus, auch öffentlichen Gebäuden, Geschäftshäusern, Hotels, Universitäten und sogar in den Ecken vieler Bars stehenden Geisterhäuschen. Täglich erhalten dort der verehrte Erdgeist, Phra Phum, oder der Hausgeist, Phra Ruan, Opfergaben, in der Regel Speisen und Getränke. |
Diesem Opfer wird eine grosse Bedeutung beigemessen, ebenso wie der
Aufstellung des Geisterhäuschens. Seine Lage und seine Ausrichtung ist häufig nicht weniger wichtig als die Planung des tatsächlichen Gebäudes. Der vermutlich bekannteste Geistertempel in Thailand ist der Erawan Schrein in Bangkok vor dem heutigen Hyatt Erawan Hotel, der errichtet wurde, als es beim Bau des Gebäudes zu mehreren Unfällen gekommen war. Nachdem weitere Unglücksfälle danach ausblieben, hat sich diese Stelle inzwischen als Wallfahrtsort etabliert. Ausser den Geisterhäuschen gibt es aber auch noch unzählige andere mehr oder weniger deutlich sichtbare Spuren des Animismus in Thailand, Astrologen, Wahrsager, Talismane, Amulette... Nicht alles geht dabei auf den ursprünglichen Animismus in Thailand zurück, vielfach wurden auch mythische Figuren oder Rituale aus dem Hinduismus übernommen. |