ReligionDie buddhistische EthikIn der ursprünglichen Lehre Buddhas, die heute nur noch im Theravada Buddhismus zu finden ist, dient die Ethik in erster Linie als Voraussetzung für ein glückliches Leben innerhalb des ewigen Kreislaufs der Wiedergeburten. Sie steht damit im Dienst des Einzelnen auf seinem Weg zur Selbsterlösung, führt aber niemals alleine zum Heil. Die Gebote und Verbote, auf denen die buddhistische Ethik aufbaut, finden sich in der vierten edlen Wahrheit, in der Buddha mit dem achtteiligen Pfad für den Laien und für den Mönch den Weg zu einem glücklichen Leben und zum Heil aufzeigt. Bei näherer Betrachtung ist zu erkennen, dass der achtteilige Pfad aus insgesamt drei Stufen besteht, Askese, Versenkung und Erkenntnis. |
Der Buddhismus kennt dabei allerdings nicht die Askese, die im Hinduismus praktiziert wird und vor allem in Form von
absolutem Entsagen und Selbstpeinigung auftritt. Askese wird vorwiegend als Enthaltung von all jenen Dingen betrachtet, die den Weg zur Erlösung verhindern. Von den entscheidenden Geboten und Verboten für den gläubigen Buddhisten sind die ersten fünf sowohl für den Laien, als auch für den Mönch bindend, die weiteren sind ausschliesslich für den Mönch verpflichtend. Die wichtigen Gebote sind, keinem Lebewesen ein Leid zuzufügen, nichts zu nehmen, was einem nicht gegeben wird, sich eines unsittlichen Lebenswandels zu enthalten, nicht zu lügen und keine berauschenden Mittel zu sich zu nehmen. Die buddhistische Ethik hat ausserdem eine universelle Gültigkeit und bezieht sich weder allein auf die Angehörigen einer bestimmten Kaste, noch auf den Menschen allein, da nach ihrer Anschauung alles dem Werden und Vergehen unterworfen ist. Aus diesem Grund unterscheidet sie auch nicht zwischen Gut und Böse im Sinne von absoluten Gegensätzen, sondern betrachtet das Gute als dem Weg zur Erlösung dienliche und das Böse als dabei hinderliche Gegebenheiten. |