ReligionDie Lehre des BuddhismusBuddhas Lehre wurde nicht von ihm selbst niedergeschrieben, erst unmittelbar nach seinem Tod begannen seine Schüler, seine Worte in schriftlicher Form festzuhalten. Anhand der in Ceylon gefundenen Palmblattaufzeichnungen, die bis in die heutige Zeit unter dem Begriff Pali Kanon erhalten geblieben sind, konnte nachgewiesen werden, dass auch andere, zum Teil erst Jahrhunderte später abgefasste Quellen der Tripitaka, der "Drei Körbe der Weisheit", Grundlage des ursprünglichen Buddhismus, der heute unter dem Begriff Theravada Buddhismus bekannt ist, nahezu wortwörtlich und ohne nennenswerte Abweichungen mit den alten Originaltexten übereinstimmen. Buddha verwendet in seiner Lehre viele Begriffe und philosophische Konzepte des Hinduismus, stellt diese allerdings in einen völlig neuartigen Gesamtzusammenhang, ohne die brahmanistische Erlösungsdoktrin zu übernehmen. Gleichzeitig lehnt er aber sowohl die asketische Selbstaufgabe, als auch das duldsame Sichergeben in die weltlichen Bedingungen der Existenz als Wege zu Heil ab und versucht, einen Weg dazwischen zu beschreiten, auf dem der Einzelne ohne fremde Hilfe oder den Beistand irgendwelcher Gottheiten, alleine durch Einsicht und ein dieser Einsicht entsprechendes Handeln zur Erlösung gelangen kann. Aus diesem Grund gibt es im Theravada Buddhismus auch keine Gottheiten, der Buddhismus in seiner ursprünglichen Form ist eine atheistische Religion, in der jeder Mensch für sich allein verantwortlich ist auf seinem Weg zum Heil, dem Verlöschen im Nirvana. Die Welt und das Leben des Menschen werden im Buddhismus als endlose Kette betrachtet, die weder mit der Geburt beginnt, noch mit dem Tod endet und in der jede bewusste Handlung in einer Existenz sich zwangsläufig in den Bedingungen der darauffolgenden auswirkt. Buddha hat in seiner ersten Predigt mit den vier edlen Wahrheiten auf den einzigen Weg, diese Verkettung zu überwinden, hingewiesen. |
In den vier edlen Wahrheiten zeigt Buddha auf, dass alles Leben mit Leiden
verbunden ist, jedes Leiden aus der Begierde heraus entsteht und mit dem Auslöschen der Begierde auch das Leiden beendet wird. In der vierten edlen Wahrheit vom achtteiligen Pfad wird schliesslich beschrieben, auf welche Weise der Einzelne sich befreien kann vom Leiden, richtige Einsicht, richtiges Streben, richtiges Reden, richtiges Handeln, richtiges Leben, richtiges Bemühen, richtige Gedanken und richtige Sichversenken in der Meditation. |