ReligionWatDie Mehrheit der buddhistischen Klöster in Thailand befindet sich in ländlichen Gebieten. Früher lagen die in der Regel von einer Mauer umgebenen Klosteranlagen, in denen sich neben den Wohngebäuden der Mönche, einem Gebetsraum, einer Versammlungshalle, einem Bodhi Baum und dem Glockenturm häufig auch noch eine Schule, vereinzelt auch ein Wohnheim für Schüler, eine Bibliothek und ein kleiner Teich befinden, meistens am Rande der Gemeinden, sind aber heute durch deren starkes Wachstum in den letzten Jahrzehnten nun in die Nähe der neuen Ortsmitte gerückt. Die thailändischen Wats haben zu allen Zeiten jedoch nicht nur der Ausbildung von Mönchen und der Verbreitung des Buddhismus gedient. Sie waren gleichzeitig auch immer Schule, Krankenhaus, Lagerraum und Unterkunft und wurden damit zu einem wesentlichen Bestandteil des thailändischen Alltagslebens. Auch heute noch bieten viele Wats Reisenden eine einfache Unterkunft und versorgen am Nachmittag aus den von den allmorgendlichen Spenden der Bevölkerung übriggebliebenen Beständen sozial Schwache mit Nahrung. |
Das Kloster als Bildungszentrum und einzige Alternative zum Analphabetismus
ist allerdings auch auf dem Land mittlerweile weitgehend im Rückzug begriffen, nachdem mittlerweile ein flächendeckendes Netz staatlicher Schulen entstanden ist. Dennoch hat der thailändische Wat auch heute noch seine Bedeutung im Alltagsleben, sei es als Ort der Begegnung, an dem sich abends die Menschen treffen, als für seine Kräutermedizin bekannte und nach wie vor bevorzugte Heilstätte oder als neutraler Ort, an dem Rat eingeholt wird und an dem Konflikte in der Gemeinschaft einvernehmlich für alle Beteiligten geschlichtet werden. |