Staat und GesellschaftMonarchieThailands Herrscher lenkten seit der Gründung des ersten Königreichs in Sukhothai die Geschicke des Landes mit fester, aber gerechter Hand. In den Zeiten Sukhothais betrachteten sie sich als Dhammaraja und versuchten, dem buddhistischen Ideal und den Anforderungen eines volksnahen, guten und milden Herrschers gerecht zu werden. Die anderen Ausgangsverhältnisse des nachfolgenden Königreichs von Siam in Ayutthaya veränderten auch das Bild und das Selbstverständnis des Herrschers, der von dieser Zeit an bis zum Ende der absoluten Monarchie nach den von den Khmer aus dem Hinduismus übernommenen Vorstellungen eines Devaraja das Land regierte. Aber obwohl er damit grundsätzlich zum uneingeschränkten Herrn über Leben und Tod geworden war, führte dies in Thailand nur in Ausnahmefällen zu einer wirklich strengen Herrschaft. Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen waren die Könige Thailands in ihrer Politik ausserordentlich fähige und weitblickende Herrscher, unter denen das Land zwar nicht immer friedliche, aber dennoch sichere Zeiten erlebte. |
Mit dem Staatsstreich von 1932 endete die uneingeschränkte Macht des Königs,
nicht aber seine ausserordentlich hohe Bedeutung für das Land. Der Respekt des Volkes gilt in ungebrochener Weise nach wie vor dem Königshaus. Die Person des Königs, dessen Funktion sich heute nicht nur auf die repräsentativen Aufgaben als Staatoberhaupt beschränkt, ist ebenso wie zu allen Zeiten heilig und unantastbar. |